Am vergangenen Samstag gastierte der Aufsteiger TSV Neutraubling beim Ligaprimus HC Sulzbach. Im Topspiel die Ausgangslage klar: Die Hausherren wollten sich für ihre bislang einzige Saisonniederlage – die Hinspielpleite in Neutraubling – revanchieren und mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Meisterschaft machen. Die Pandas hingegen reisten mit zahlreichen Fans im Bus an und hatten sich vorgenommen, dem Favoriten alles abzuverlangen.
Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche und intensive Partie auf Augenhöhe. Beide Teams drückten aufs Tempo, suchten schnelle Abschlüsse und schenkten sich in der Defensive nichts. Keiner Mannschaft gelang es zunächst, sich entscheidend abzusetzen.
Erst Mitte der ersten Halbzeit schlichen sich bei den Gästen etwas mehr technische Fehler ein. Sulzbach nutzte diese Phase konsequent aus, kam über sein Umschaltspiel zu einfachen Treffern und setzte sich leicht ab. Dennoch blieben die Neutraublinger dran. Mit einem 15:13-Vorsprung für die Hausherren ging es schließlich in die Kabine.
Trainer Deml analysierte in der Pause, dass seine Mannschaft „voll im Spiel“ sei, im Angriff jedoch in manchen Situationen zu zögerlich agiere:
Man denke zu viel nach, statt den letzten Schritt entschlossen in die Tiefe zu gehen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass bei gleicher Intensität und mit dem Ausschöpfen des eigenen Potenzials „alle Hebel in der Hand“ lägen, um dieses Spiel zu gewinnen.
Auch im zweiten Durchgang blieb es zunächst ein Spiel auf Messers Schneide. Bis zur 45. Minute liefen die Pandas dem zwei Tore Rückstand hinterher, ohne jedoch den Kontakt abreißen zu lassen. Die offensive Abwehr der Sulzbacher stellte Neutraubling zunehmend vor Probleme. Technische Fehler häuften sich, klare Chancen wurden nicht konsequent genutzt. Hinzu kam die angespanntere Personalsituation auf Seiten der Gäste. Während Sulzbach weiter rotieren konnte, mussten die Neutraublinger Akteure der intensiven Partie zunehmend Tribut zollen. In der Schlussphase nutzte der Tabellenführer diese Vorteile eiskalt aus und setzte sich entscheidend ab. Am Ende stand eine 38:33-Niederlage für den TSV Neutraubling auf der Anzeigetafel.
Auch wenn die Punkte in Sulzbach blieben, war es für den Aufsteiger ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Die Mannschaft präsentierte sich kämpferisch, geschlossen und ließ sich auch in schwierigen Phasen nicht hängen. Besonders die lautstarke Unterstützung der mitgereisten Fans sorgte für Heimspielatmosphäre auf der Tribüne – „das Duell auf den Rängen“ ging gefühlt an die Pandas. „Unsere Zuschauer waren überragend und dafür können wir uns nur mit ganz viel Liebe bedanken!“, betont der Panda-Kapitän nach der Partie.
Trainer Deml fand nach dem Spiel klare und zugleich wertschätzende Worte:
„Ich war seltener nach einer Niederlage so stolz auf eine Mannschaft. Wir haben alles reingeworfen und sind an Dingen gescheitert, die mit Training und Erfahrung irgendwann nicht mehr passieren werden. Das ist ein schönes Zeichen, dass wir nach einer Saison schon so weit sind. Vor so einer Kulisse so ein Spiel abzuliefern, ist aller Ehren wert. Natürlich müssen wir manches aufarbeiten, um besser zu werden – aber unterm Strich steht vollster Respekt und größtmögliche Zufriedenheit, die man nach einer Niederlage verspüren kann.“
Auch mit Blick auf den Saisonendspurt machte der Coach deutlich, dass die Spielzeit noch lange nicht vorbei sei: „Wir haben noch vier Auftritte – zwei davon vor heimischem Publikum und dazu ein Derby in Regensburg. Wir wollen uns in jedem Spiel bestmöglich verkaufen, jede Minute nutzen, um besser zu werden und Highlight für Highlight für uns selbst schreiben.“
Nun richtet sich der Fokus auf das kommende Heimspiel gegen die HG Eckental. Im Hinspiel musste Neutraubling dort eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen. Entsprechend groß ist die Motivation, vor eigenem Publikum eine Reaktion zu zeigen und die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen.
Die Niederlage beim Tabellenführer mag schmerzen – doch sie zeigt auch, dass Neutraubling angekommen ist und zusammen mit seinen Fans und Unterstützern in die richtige Richtung geht.

